Dividendenstrategie

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Die passive Dividendenstrategie.
Was sind die Vor- und Nachteile?
Für wen ist diese Strategie geeignet?

Die Dividende

Unter Dividende versteht man die Auszahlung eines Teils des Gewinns einer Aktien Gesellschaft an die Aktionäre. Nicht jede Aktien Gesellschaft zahlt eine Dividende aus. Wenn ein Unternehmen eine Dividende ausschüttet, so tut es das jedoch regelmäßig (jährlich, quartalsweise oder sogar monatlich). Das Ausschütten der Dividende wird öffentlich dokumentiert und sie wird gleichmäßig pro Stück Aktienbesitz ausgezahlt. Deshalb sinkt der Preis pro Aktie im Moment der Dividendenausschüttung um den ausgeschütteten Betrag.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob es keinen Unterschied machen würde ob die Dividende ausgeschüttet wird oder das Geld im Unternehmen bleibt. Doch es ist ein viel diskutiertes Thema, ob man auf Dividendenaktien setzen soll oder nicht. Hier findest du einige Vor- und Nachteile.

Nachteile

  • Das Unternehmen kann den ausgeschütteten Gewinn nicht in seine Zukunft investieren.
  • Auf die Dividende fällt automatisch eine Quellensteuer an. Danach wird es (in Österreich) durch die KESt versteuert.
    Die Quellensteuer kann übrigens von vielen Ländern rückerstattet werden.
  • Will man den Zinseszinseffekt voll ausnutzen, so muss man die Dividenden reinvestieren. Für diesen Kauf fallen Gebühren an.

Vorteile

  • Kann ein Unternehmen nicht alle Gewinne investieren, so ist es besser diese auszuschütten, da sie ansonsten verschwendet werden könnten.
  • Die Gewinne durch den Kursanstig werden nicht sofort besteuert. Diese Steuerstundung führt zu einem Vorteil bei der Verzinsung. Denn die nicht bezahlten Steuern tragen temporär zur Vermehrung des Kapitals bei.
  • Investiert man regelmäßig Kapital (z.B. Gehalt), so macht die Kaufgebühr keinen nennenswerten Unterschied. Die ausgeschütteten Dividenden kann man gemeinsam mit dem neuen Kapital investieren. Auf diese Weise kann man auch Rebalancing betreiben.
  • Dividenden werden meist stabil ausgeschüttet. Während einer Kriese sind diese auch stabiler als der Aktienkurs. Diese Stabilität ist beliebt als Entnahmestrategie. Baut man ein Divedendendepot aus bestimmten Aktien auf, so erhält man monatlich eine Dividende, die oft auch langsam steigt. Dadurch bekommt man automatisch ein regelmäßiges passives Einkommen.

Die Dividendenstrategie

Bei den Vor- und Nachteilen geht es vor allem darum, ob das Unternehmen seine Gewinne sinnvoll investieren kann. Es liegt also am Investor zu entscheiden, ob es seiner Meinung nach die richtige Wahl getroffen hat. Die Dividendenstrategie ist eine von mehreren, die ich anwende. Für diese Strategie suche ich mir einige Unternehmen aus, welche ein stabiles Geschäftsmodell haben, das meiner Meinung nach noch viele Jahrzehnte gut funktionieren wird. Zudem sind es eher größere Unternehmen, bei denen ich glaube, dass sie nicht den gesamten Gewinn brauchen um ihn zu reinvestieren. Die Dividendenzahlung soll jedoch auch nicht zu hoch sein, denn wenn ein Unternehmen 90% der Gewinne auszahlt, so hat es meiner Meinung nach zu wenig Sicherheiten eingeplant.

Coca-Cola zahlt seit 1920 regelmäßig eine Dividende aus. Seit 1962 wird die Dividende jedes Jahr erhöht. Sollte einmal die Dividendenzahlung ausgelassen werden, so ist der Status 100-Jahre lang Dividendenzahlungen dahin. Das ist eine große Motivation für Dividenden-Unternehmen langfristig eine stabile Dividende auszuzahlen.

Das ist der Chart von Coca-Cola (Daten von Yahoo Finance):

Im Jahr 1999 traf Coca-Cola eine Kriese. Man sieht einen starken Kursfall von etwa 42$ auf etwa 20$ über ca. 5 Jahre. Das Unternehmen hat in dieser Kriese jedoch weiterhin regelmäßig die Dividende ausgeschüttet. Zudem hat es die Dividende auch in dieser Zeit jährlich erhöht. Coca-Cola wollte den Status als langjähriger Dividendenzahler nicht verlieren. Die Dividende trotz einer Kriese stabil zu halten erfordert eine langfristige Planung und ausreichende finanzielle Sicherheiten. Coca-Cola hat in den letzen 100 Jahren bewiesen, dass es mit Kriesen umgehen kann. Ob du daran glaubst, dass es so weiter geht, liegt jedoch bei dir. Ich halte Coca-Cola für ein sehr stabiles Unternehmen, doch wie immer ist das keine Anlageempfehlung.

Hier ist der Performance-Chart von Coca-Cola (Daten von Yahoo Finance). Er beinhaltet die ausgeschütteten Dividenden im Kurs. Es würde also in etwa so aussehen, wenn du die erhaltenen Dividenden von Coca-Cola direkt wieder in das Unternehmen investiert hättest. Durch diesen Chart wird klar, dass die Kriese das Unternehmen nicht ganz so stark getroffen hat wie es den Anschein hat.

Die Dividendenstrategie ist vor allem für Anleger geeignet, die passiv Anlegen. D.h. sie möchten nur wenig Zeit in die Verwaltung ihrer Anlagen stecken (z.B. ein paar Stunden pro Monat oder auch nur ein paar Stunden pro Jahr). Bei der Auswahl der Unternehmen für diese Strategie solltest du dir jedoch die Frage stellen, ob es noch viele Jahre (oder besser Jahrzehnte) weiterwachsen wird. Das Beantworten dieser Frage ist natürlich schwierig, aber du solltest es dir zumindest genau überlegen. Ein vor kurzen erst gegründetes Startup is eine denkbar schlechte Wahl für diese Strategie. Du solltest dir die Finanz-Zahlen des Unternehmens ansehen und die Produkte bzw. Dienstleistungen des Unternehmens verstehen. Zugleich ist es, gerade wenn du sehr passiv investieren willst, sehr wichtig ausreichend zu diversifizieren.

Ausreichend bedeutet für mich mindestens 7 Aktien, gerne auch etwas mehr. Es gibt jedoch passive Investoren, die eine Diversifikation auf 20 oder sogar 50 Unternehmen empfehlen. Um die für dich passende Anzahl abzuschätzen überlege dir wie viel Risiko du eingehen möchtest. Um so mehr du diversifizierst desto mehr sinkt das Risiko. Beachte dabei aber bitte auch die Transaktionsgebühr. Hast du z.B. 5000€ und möchtest diese auf 50 Aktien aufteilen, so sind das 100€ pro Aktie. Eine Kauf- und Verkaufsgebühr von jeweils 5€ sind in etwa realistisch (bei einer Direktbank). Das bedeutet du verlierst 5% deines Kapitals direkt beim Kauf. Das ist viel zu viel. Die Kaufgebühr sollte, wenn möglich, unter 0,5% des Kaufpreises liegen.

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