Social Trading auf Wikifolio

von

Wikifolio ist eine Social Trading Plattform. Was das eigentlich ist und welche Vor- und Nachteile diese Form der Anlage hat erfährst du in diesem Artikel.

Social Trading

Social Trading wird durch Plattformen wie Wikifolio möglich gemacht. Hier kann sich jeder Privatanleger anmelden und zum Fondsmanager werden. Denn auf Social Trading Plattformen kann man einem Debot eines anderen Users folgen und dieses mit dem eigenen Geld nachbilden. Dieser Vorgang nennt sich auch Copy-Trading. Im Fall von Wikifolio ist der Trader zwar nicht wirklich ein Fondsmanager, aber er steuert die Umsätze eines Indexzertifikats. Dieses Zertifikat kann man an der Börse Stuttgart oder direkt bei Lang & Schwarz erwerben und somit in das Portfolio investieren.

Wikifolio war mir persönlich unter den Social Trading Plattformen am sympatischsten. Deshalb beziehen sich die Vor- und Nachteile im Folgenden auf Wikifolio.

Nachteile

  • Die Entwicklung des Portfolios hängt von einer einzelnen Person ab.
    Schon deshalb sollte man nie 100% seines Kapitals in ein einzelnes Wikifolio investieren. Es mag sein, dass der Trader in der Vergangenheit gute Renditen erwirtschaftet hat, doch das muss nicht so bleiben.

  • kein Sonderkapital
    Kauft man einzelne Aktien über einen Broker, so werden diese von einer Bank verwahrt. Die Aktien befinden sich jedoch im Besitz des Käufers und fallen in die Kategorie Sonderkapital. Geht die Bank in Konkurs ist das Sonderkapital nicht Teil der Konkursmasse, sondern muss einer anderen Bank zur weiteren Aufbewahrung übergeben werden. Die Wertpapiere können somit nicht durch den Konkurs der Bank verloren gehen. Kauft man Anteile eines Zertifikats (in diesem Fall Wikifolio Zertifikat) handelt es sich nicht um Sonderkapital. Es unterliegt also theoretisch dem Konkursrisiko des Zertifikat Herausgebers. Um dieses Risiko entgegenzuwirken sind Wikifolio Zertifikate besichert.

  • Strategie nicht bindend
    Der Trader des Wikifolios beschreibt die Strategie des Portfolios. Es ist jedoch nicht rechtlich verpflichtend dieser Strategie genau zu folgen. Es kann also sein, dass man ein Wikifolio kauft, da es einer bestimmten Strategie folgt und sich diese mit der Zeit verändert.

  • 0,95% jährliche Gebühr
    Jedes Wikifolio unterliegt einer jährlichen Gebühr von derzeit 0,95% pro Jahr. Sie wird täglich anteilsmäßig abgezogen und ist höher als bei einem ETF. Bei einem ETF sind es etwa 0,3% - 0,8%.

  • Performancegebühr
    Zusätzlich zur jährlichen Gebühr gibt es eine Performancegebühr. Diese wird nach dem High-Watermark Prinzip verrechnet. Kauft man das Zertifikat beispielsweise bei einem Wert von 100€ pro Stück und es steigt auf einen Wert von 110€, so fallen für diese 10€ Wertsteigerung eine Gebühr an. Die Gebühr wird erst dann erneut verrechnet, wenn das Zertifikat im Wert über 110€ steigt. Die Höhe dieser Gebühr hängt vom einzelnen Wikifolio ab und beträgt zwischen 0 und 30 Prozent des Gewinns. In unserem Beispiel also 0€ - 3€ von den 10€ Kurssteigerung.

Vorteile

  • geringe Gebühren im Vergleich zu anderen aktiven Fonds
    Bei aktiven Fonds, die von einer Bank zur Verfügung gestellt werden, sind Gebühren über 2% im Jahr keine Seltenheit. Zudem gibt es oft Ausgabeaufschläge. Bei einem Ausgabeaufschlag von 5% werden von 10.000€ also 9.500€ investiert. Die verbleibenden 5% (in diesem Fall 500€) werden als Gebühr abgezogen.

  • alle Trades öffentlich
    Man kann sich nicht nur die Strategie des Traders durchlesen, sondern kann jeden einzelnen Trade verfolgen. Viele Trader schreiben zudem Kommentare um ihre Gedanken zur Depotentwicklung zu zeigen.

  • Wertbesichert
    Alle Wikifolio Zertifikate sind zu etwa 95% Wertbesichert. Würde Wikifolio in den Konkurs gehen, werden also 95% des eingelegten Kapitals ausbezahlt. Details dazu und wie hoch die aktuelle Besicherung ist findest du hier: Wertbesicherung.

  • germeinsames Interesse
    Der Wikifolio Trader und der Käufer des Wikifolio Zertifikats haben das selbe Interesse. Sie wollen, dass der Wert des Portfolios steigt. Wenn ein Trader mit eigenem Geld in sein Wikifolio investiert ist, sieht man das in den Daten des Wikifolios. Dabei müssen mindestens 5.000€ investiert sein. Meiner Meinung nach sollte man nur in solche Zertifikate investieren. Zudem bekommt der Trader die Hälfte der Performancegebühr ausbezahlt. Weil der Trader mit eigenem Geld investiert ist und weil er an der Performancegebühr verdient, ist er an der Wertsteigerung interessiert.
    Das ist nicht selbst verständlich. Erstens könnte der Trader sehr riskante Trades durchführen, wenn er nicht mit eigenem Geld invesitert ist. Zweitens bekommt er kein Gehalt. Ein normaler Fondsmanager bekommt immer sein Gehalt, auch wenn sich der Fonds schlecht entwickelt. Andere Einnahmen wie Ausgabeaufschläge oder jährliche Gebühren gibt es für den Trader auch nicht. Es bleibt also nur die Wertsteigerung des Portfolios als Einnahmequelle. Und deshalb haben Trader und Investor ein gemeinsames Interesse.

  • keine Tradinggebühren
    Einer der größten Vorteile ist das Fehlen von Tradinggebühren. Der Trader kann so viele Trades durchführen wie er möchte ohne dadurch Kosten zu verursachen. Diese Kosten sind nämlich eines der Hauptargumente gegen aktives Trading. Ohne diese Gebühren ist der Trader sehr flexibel und kann ohne Einschränkungen Teilkäufe und -verkäufe nach seiner Strategie umsetzen.

  • lange Tradingzeiten
    Über Wikifolio kann man von 7:30 bis 23:00 handeln. Das ist viel länger als bei anderen Börsen wie Beispielsweise der Xetra oder der Börse Stuttgart.

Langzeitwerte Investment

Für den langfristigen Aufbau des eigenen Kapitals ist es wichtig keine großen Fehler zu machen. Spart man über Jahre einen höheren Geldbetrag an und verliert dann alles auf einen Schlag, dann ist das ein großer Rückschlag. Da ich so etwas vermeiden will gehe ich mehreren Anlagestrategien nach, die nach meiner Einschätzung von "sehr sicher" bis "mittelmäßig sicher" reichen. Ich werde die einzelnen Anlagestrategien nach und nach über den Langzeitwerte Blog erklären.

Parallel zum Langzeitwerte Blog habe ich ein weiteres Projekt gestartet: Mein eigenes Wikifolio Zertifikat, Langzeitwerte Investment. Mithilfe dieses Wikifolios möchte ich kurz- und mittelfristige Schwankungen bei einzelnen Aktien ausnutzen. Da eine solche Trading-Strategie meiner Ansicht nach ein etwas größeres Risiko hat als breit gestreutes Buy-and-hold, macht mein Investment in das Wikifolio einen eher kleinen Teil meines Kapitals aus (viel weniger als 20%). Buy-and-hold bedeutet, dass man eine Investition mit der Absicht tätigt, diese lange nicht zu verkaufen (über 10 Jahre). Die Trades führe ich jedoch nur bei Aktien durch, bei denen ich ein geringes Ausfallsrisiko sehe.

Über ein Investment in mein Wikifolio würde ich mich freuen, da ich 10% Performancegebühr verdiene, sobald mehr als 10.000€ investiert sind. Die Entscheidung bleibt jedoch ganz euch selbst überlassen und ich würde auch empfehlen nicht mehr als 20% des Gesamtkapitals in das Wikifolio zu investieren. Der Grund dafür ist das sogenannte Klumpenrisiko. Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn man einen großen Teil des eigenen Kapitals in eine einzelne Investition gibt. Dieser große Teil des Kapitals ist nun von einer einzelnen Investition Abhängig. Steigt diese Investition im Wert, ist das sehr gut, verliert sie im Wert ist das jedoch sehr schlecht. Das Gegenteil des Klumpenrisikos bzw. der Konzentration ist die Diversifikation. Diese Begriffe und die dahinterliegende Strategie werden in anderen Blogeinträgen erklärt.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 4 und 6.